Eine Produktion von fringe ensemble/Türkei GbR, Bonn und Şermola Performans, Istanbul.

Regie, Performance Frank Heuel
Bühne Eduardo Serú
Kostüme, Video Annika Ley
Dramaturgie Claudia Grönemeyer
Assistenz Jennifer Merten
Management Svenja Pauka

Uraufführung 12. März 2020, theaterimballsaal Bonn

Weitere Vorstellungen
18. September 2020, Theater im Ballsaal Bonn
19. September 2020, Theater im Ballsaal Bonn

Wir sind wieder da – und beginnen genau dort, wo wir im März dieses Jahres haben aufhören müssen. Direkt nach der Uraufführung des Stückes „Ouroboros“ war Schluss, Lockdown. Jetzt machen wir mit den damals geplanten Folgevorstellungen einfach weiter. So, als wenn nichts gewesen wäre und doch ist alles ganz anders. Oder? Die gleiche Frage stellt sich die Figur in dem Text von Mirza Metin. Der Protagonist des Stückes erzählt uns eine Geschichte zwischen Traum und Wirklichkeit. Er berichtet von einer Reise in ein fremdes Land, in dem auch vieles ganz anders ist oder scheint. Verfolger und Doppelgänger tauchen auf und verschwinden. Hoteladressen führen ins Leere. Behörden verhalten sich seltsam. Der feste Boden unter den Füßen schwindet. Geschickt spielt der Autor Mirza Metin damit, wie die Ebenen des Unbewussten und des Bewussten sich beeinflussen und in einen Strudel von Ängsten, Handlungen und Meinungen münden. Was ist real, was zählt, was gilt?

Seit zweieinhalb Jahren lebt Mirza Metin im Rheinland und arbeitet unter anderem als Autor für das fringe ensemble. Sein letztes Stück, das er für uns geschrieben hat, ist ein Monolog. Der Titel, OUROBOROS, verweist auf ein altägyptisches Symbol von ambivalenter Faszination. Der Ouroboros ist eine sich in den eigenen Schwanz beißende Schlange. Als Kreissymbol ein klassisches Sinnbild für wiederkehrende, natürliche Zyklen, aber auch für Tod und Wiedergeburt, Autarkie und Selbstzerstörung; ein geschlossenes System, das sich selbst genügt – und aus dem es kein Entkommen gibt.

Mirza Metin spielt in OUROBOROS mit diesen Assoziationen: Der Protagonist ist ein Komponist, die Kamera ist auf ihn gerichtet und er berichtet von einem wirren Traum, während im Bett neben ihm Rhinozeros schlummert. Schnell verschwimmen die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit: Auf einer privaten Reise in ein nicht näher definiertes Ausland, gerät der Protagonist mehr und mehr in Bedrängnis, begegnet Menschen, die ihm auf absurde Weise ähneln und ihn gleichzeitig zu verfolgen scheinen, sucht Sicherheit bei Behörden, die ihm misstrauen, checkt in Hotels ein, die nicht existieren und verliert mehr und mehr den sicheren Boden unter den Füßen. Unwissenheit und Ängste wirken wie Brandbeschleuniger und Spiegelungen in einer Geschichte, in der alle Sicherheiten schwinden und jene Auslöser nur noch zu potenzieren scheinen. Geschickt spielt Metin damit, wie die Ebenen des Unbewusste und des Bewusstes sich beeinflussen und in einen Strudel von Ängsten, Handlungen und Meinungen führen. Aus Rhinozeros ist da schon lange Ali geworden und ob die Kamera noch läuft oder nicht, die Traumerzählung dort endet oder nicht, der Kontakt mit der Wirklichkeit im Heute ist hergestellt.

Gefördert von: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Jetzt wieder auf dem Spielplan!

Trailer OUROBOROS von: Sirpa Wilner

Proben- und Premierenfotos