Mit den Mitgliedern des Internationalen SprechChor Bonn, ca. 20 Bonner*innen aus 12 Nationen
Konzept und künstlerische Leitung Bettina Marugg, Claudia Grönemeyer
Regie Bettina Marugg
Dramaturgie, Öffentlichkeitsarbeit Claudia Grönemeyer
Autor Lothar Kittstein
Komponist Gregor Schwellenbach
Kamera Sirpa Wilner
Bühne
Eduardo Serú
Kostüme Annika Ley
Assistenz Jennifer Merten
Projektmanagement Svenja Pauka

Zurzeit wirkt es so als würde die Welt wieder kleiner. Wir betreten nicht den nächsten Flieger, fahren kaum mit der Bahn, Kontakte zu uns nahestehenden Menschen, ob privat oder beruflich, verlaufen oftmals über digitale Medien. Die Bedeutung von Familie- und Familienzusammenhalt wächst und verändert sich dabei. Diese Entwicklung stellt bestehende Vorstellungen, Werte und gängige Abläufe im Familienverbund auf den Prüfstein oder auch in Frage.

In dem vierten Projekt des fringe ensemble mit seinem 2017 gegründeten INTERNATIONALEN SPRECHCHOR BONN geht es um den interkulturellen Austausch über eines der spannendsten Gesellschaftssysteme, die es gibt: die Familie.

Wie sieht es zur Zeit bei Familien aus, die zwar hier in Deutschland leben, aber durch ihre Herkunft Familie und Zusammenhalt über ganz andere Werte und Traditionen definieren. Und wie empfinden jene, deren Familien sich nicht hier in Deutschland, sondern Korea, Syrien, Frankreich, Italien, Puerto Rico, der Türkei oder wo auch immer in der Welt befinden, die Distanz in einer Zeit, in der Familienzusammenkünfte oft unmöglich sind? Welche anderen sozialen Verbände gewinnen an Bedeutung? Wie bereichern die unterschiedlichen Vorstellungen vom Zusammenleben im Familien- oder erweiterten Familienverband unser Leben in Gemeinschaft?

Wir können Familie selber gestalten, während wir gleichzeitig starken Traditionen verhaftet sind, die je nachdem, woher wir kommen ganz unterschiedlich sind: die Familie – oder die Gemeinschaft, die man zu seiner Familie erklärt – wie muss, kann, darf sie sich verändern, um mit unserem sich ständig verändernden Leben Schritt zu halten? Was können Menschen unterschiedlicher Herkunft und Tradition voneinander lernen? Oder noch einen Schritt zurück: Wie können wir die unterschiedlichen Familienentwürfe erst einmal verstehen?

Ausgehend von den unterschiedlich gelebten Familien-Modellen unserer Chor-Mitglieder, sammeln wir Erzählungen in Interviews, aufgeschriebene Geschichten, Bilder. Denn die perspektivenreichen und kulturell vielfältigen Erfahrungen und Vorstellungen der Mitglieder des Sprechchores bilden die Basis des Sprechchor-Werkes DREAM.family.

Gefördert vom Fonds Soziokultur aus dem Programm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) „NEUSTART KULTUR“ und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Programm Künste im interkulturellen Dialog.