Mit Mohamad Asswad, Janna Borgböhmer, Moaz Chachit, Eugenia Fabrizi, Allé Fall, Jörg Hornbostel, Stephan Kollmer, Marianne Krüll, Renata Martins, Ulrich Mercker, Andreas Müller, Maria H. Sagué, Svetozar Savic, Petra Schuck, Messan Sitti, Eike Welk, Maria Weller, Jehoon Yoo, Shadi Youssef, Naroa Zaldua
Regie und Chorleitung Bettina Marugg
Autor Lothar Kittstein
Komponist Gregor Schwellenbach
Bühne Eduardo Serú
Video und Kostüme Annika Ley
Dramaturgie und PR Claudia Grönemeyer
Mentor Frank Heuel
Assistenz Jennifer Merten
Projektmanagement Svenja Pauka
Kultureller Guide Eugenia Fabrizi

Premiere
Do, 19. November 2020 / 20 Uhr
Theater im Ballsaal, Bonn

Weitere Vorstellungen
Fr, 20. November 2020 / 20 Uhr
Sa, 21. November 2020 / 20 Uhr
Theater im Ballsaal, Bonn

Als Beethoven seine 9. Symphonie schreibt, herrschen in Europa Krieg, Repression und Unterdrückung demokratisch-liberaler Bewegungen. Presse- und Meinungsfreiheit stehen auf dem Spiel. – Es klingt wie eine Beschreibung aus dem Hier und Jetzt. Beethoven ist damals ein leidenschaftlicher Anhänger der Demokratiebewegung. Die Symphonie, die später zur Europa-Hymne werden wird, ist nicht nur unter dem künstlerisch visionären, unter dem tonkünstlerischen, sondern auch unter dem humanistischen Aspekt ein historisches Werk. Als erster Komponist überhaupt setzt Beethoven in einer Symphonie Singstimmen ein. Und er macht noch etwas Unerhörtes: Form und Inhalt verschmelzen in konsequenter, man könnte auch sagen radikaler Weise zur klaren Haltung gegen die Strömungen der Zeit und zum entschlossenen, ja heraufbeschwörenden Bekenntnis humanistischer Werte. »Alle Menschen werden Brüder.«
Wenn sich der Internationale SprechChor Bonn der Neunten von Beethoven widmet, hat auch er Radikales im Sinn: Eine Adaption der weltberühmten Symphonie als Sprech-Chor-Werk – ohne eine einzige Note Musik, ohne ein einziges Orchester-Instrument.

Mit seinen Mitgliedern aus zahlreichen Nationen ist der Chor ein Abbild unserer modernen Gesellschaft und – im Kleinen – ein Beispiel für ein respektvolles, kreatives gemeinsames Wirken. In diesem Sinne ist er prädestiniert dafür, mit dem Sprech-Chor-Werk B9 eine Reflektion auf eine Welt erschütternder Veränderungen und eine Hymne auf eine utopische Welt, in der die positive Kraft eines funktionierenden Miteinanders gefeiert wird, zu präsentieren – als Adaption der 9. Symphonie Beethovens.