Das fringe ensemble realisiert mit dem Espace Culturel Gambidi in Burkina Faso und dem Theater Bonn zwei Projekte über Faszination und Macht des Goldes. L’OR beleuchtet die Bedeutung des Bodenschatzes für die Menschen, die in einem der ärmsten Länder im Goldrausch ihre Existenz riskieren. GOLD spiegelt das Thema in einer saturierten Gesellschaft.

L’Or / Gold

GLANZ MACHT RAUSCH


L’OR
Dezember 2018, fringe ensemble mit Espace Culturel Gambidi, Ouagadougou, Burkina Faso
GOLD
Mai 2019, fringe ensemble mit Theater Bonn, Stadtinszenierung, Bonn öffentlicher Raum
Herbst 2019, fringe ensemble mit Theater Bonn, Theaterinszenierung, Werkstattbühne, Theater Bonn

Beide Produktionen werden in Bonn und Ouagadougou gezeigt.

Gold ist das Begehrteste aller Edelmetalle. Es besitzt natürliche Schönheit und stabilen Wert. Seit jeher übt es eine magische Faszination auf Menschen aus. Denen, die nichts davon haben, verspricht es das Ende aller Sorgen, Sicherheit, Zukunft, ja: Freiheit. Diejenigen, die es bereits besitzen, streben nach mehr. Der Rausch nach Gold birgt die Gefahr des Absturzes, der Abhängigkeit, des Verlustes der – ideellen wie materiellen – Bodenhaftung.

Burkina Faso ist eines der der ärmsten Länder der Welt und gleichzeitig einer der bedeutendsten Goldproduzenten Afrikas. Hier sind die Folgen des Goldrausches offensichtlich: Während Jugendliche und Männer unter Einsatz ihres Lebens graben und schürfen, geht das Land vor die Hunde: Agrarflächen werden sich selbst überlassen oder durch Grabungen zerstört, Trinkwasser wird durch Quecksilber verunreinigt. Bei relevanten Goldfunden kaufen ausländische Großkonzerne die Rechte an den Minen und machen das Gold zum Exportprodukt, von dem nur sie profitieren.

In Ländern kapitalistischer Prägung ist Gold ein Statussymbol, eine sichere Anlage in unsicheren Zeiten. Es wird gehortet, verschoben, angelegt. Gier und Macht scheinen hier untrennbar miteinander verbunden.

Das fringe ensemble realisiert mit dem Espace Culturel Gambidi, Burkina Faso, und dem Theater Bonn zwei Projekte über Faszination und Macht des Goldes –  auf Basis von Interviews und persönlichen Geschichten, die Burkinabe und Bonner berichten. L’OR beleuchtet die Bedeutung des Bodenschatzes für die Menschen in einem der ärmsten Länder. GOLD spiegelt das Thema in einer saturierten Gesellschaft. Im Austausch offenbaren die Projekte, aus Sicht der drei Partner, zwei Seiten einer Medaille und sind als Parabel zum Verhältnis von erster und dritter Welt lesbar.

Im Juni starten Frank Heuel und Annika Ley zur ersten Recherche-Reise nach Ouagadougou.

GOLD ist gefördert im Fonds Doppelpass der