Eine Performance-Reihe für Bonn

Die neue Veranstaltungsreihe von Theater Bonn und fringe ensemble startet am 25. Juni und erklärt für eine Woche den öffentlichen Raum der Stadt Bonn zum Manövergebiet für theatrale Eingreiftruppen.

Wirklichkeitstest

Eine Koproduktion von Theater Bonn und fringe ensemble

Vom 25. Juni bis 02. Juli 2011

Mit: Mit Schauspielern von Theater Bonn, dem fringe ensemble und Bonner Bürgern
Künstlerische Leitung: Frank Heuel, Jens Kerbel
Ausstattung: Annika Ley

„Die ganze Welt ist Bühne“. Wir nehmen Shakespeare beim Wort und erkunden, was passiert, wenn Poesie auf Wirklichkeit trifft. Stellen Sie sich vor: Ihr Taxifahrer singt plötzlich eine Opernarie und erzählt erstaunliche Geschichten aus seinem Leben. An der Kasse im Supermarkt beginnt der Scanner unvermittelt über das Phänomen Zeit zu philosophieren. Im Stadthaus erklingt in allen Ecken Homers Odyssee. Auf den Grünflächen der Poppelsdorfer Allee halten Professoren eigenartige Vorlesungen, an ihrer Seite weiden schöne bunte Kühe. Mitten auf dem Münsterplatz gründen Menschen, die sich vorher noch nicht kannten, eine Wohngemeinschaft. In einem Schaufenster findet eine Sicherheitskonferenz statt, bei der geheime Dokumente verlesen werden. Ein afghanischer Junge von acht Jahren stutzt einem deutschen Topmanager auf dem Marktplatz von Bad Godesberg den Bart. In der Universität erwachen die Studentenproteste von ’68 zu neuem Leben. Und aus dem Megaphon eines Wahlkampfautos dröhnen Gedichte von Novalis.

Eine Woche lang wird der öffentliche Raum der Stadt Bonn zum Manövergebiet für unsere theatralen Eingreiftruppen. Auf der Schnittstelle zwischen Inszenierung und Realität werden – auch unangekündigt – Aktionen stattfinden, die für Irritationen im Alltag sorgen und Sand in das Getriebe der gewohnten Abläufe streuen. Unvermittelt werden Passanten zu Beobachtern und sogar zu Mitwirkenden eines theatralen Geschehens. Rauminstallationen führen zu Kontextverschiebungen und Neucodierungen bekannter Muster von Wirklichkeit. Es geht darum, das Fremde im Vertrauten aufzuspüren. Die Stadtgeschichte mit der Gegenwart ins Spiel zu bringen. Für Unterbrechungen in der Routine zu sorgen. Das Unwahrscheinliche geschehen zu lassen. Auszuprobieren, wie es auch sein könnte. Den Wirklichkeitssinn mit dem Möglichkeitssinn zu konfrontieren.

Vielleicht gewinnen wir so für einen Moment einen anderen Blick auf die Welt. Vielleicht entstehen kurz Veränderungen unserer Wahrnehmungsmuster. Vielleicht kommt es zu Überschneidungen, die gewohnte Denkschemata durcheinander bringen. Seien Sie auf vieles gefasst. Lassen Sie sich irritieren.

Christopher Hanf

www.wirklichkeitstest.de

Wirklichkeitstest in den Medien

WDR 3 Mosaik vom 27. Juni 2011: Jens Kerbel und Frank Heuel im Gespräch

      wdr3_theaterrezension_mosaik_david%20eisermann_20110627

      Wirklichkeitstest - Performance Reihe für Bonn