Das Spiel zweier Frauen

Premiere von „Letzte Tage“ von Lothar Kittstein im Ballsaaltheater – Inszeniert von Frank Heuel

„Normalerweise wäre ich aufgestanden, hätte mich fertig gemacht und wäre zur Arbeit gegangen“, beginnt Bettina Marugg in Lothar Kittsteins Uraufführung „Letzte Tage“, inszeniert von Frank Heuel im Ballsaaltheater. Wer sie daran hindert, ist Laila Nielsen, die jüngere der beiden Frauen im Altersabstand von Mutter und Tochter. Die unausweichliche Frage, ob sie Mutter du Tochter sind, ist aber auch nach einer Stunde Stückdauer nicht beantwortet.

Ein Text, der so artistisch daher kommt, macht einen dankbar für Frauen, die ihn mit Präsenz konkret halten. Die beiden Schauspielerinnen aus Heuels fringe ensemble können das, sie können diese rhythmischen Strukturen sprechen, die das Stück des Bonner Autors befördern. Frau Maruggs Auftritt ist wie eine elegante Fanfare. Sie ist eine Erfolgsfrau, vielleicht beim Fernsehen. Wenn sie die jüngere beiläufig hübsch nennt, könnte sie tatsächlich die Mutter sein. Aber auch eine ältere Kollegin, die Konkurrenzsituationen sind ähnlich zweideutig. So lässt die Jüngere die Sicherheit der anderen abbröckeln. Ihre Unsicherheiten nehmen ab wie die der anderen zu.

Sicher ist nur, dass der Autor auch mit solch familiären Mustern spielt. Sein Kunstgriff besteht darin, dass er die ineinander laufenden Monologe und Dialoge, leicht variiert, immer wieder neu montiert.

Der Titel des für die Damen Marugg und Nielsen geschriebenen Stücks suggeriert eine zeitliche Richtung, aber die hat schon der erste Satz nicht. Eduardo Seru hat die Bühne gebaut. Eine Seelenlandschaft, montiert, hängt von der Decke, ein Teppich ist die „Spielfläche“, zwei blaue Stühle außerhalb. Großer Beifall.

H. D. Terschüren, Bonner Rundschau, 23.03.2007

 


„Letzte Tage“ – UA des neuen Stücks von Lothar Kittstein in Bonn“

Es sind zwei gegensätzliche Charaktere, die sich in Lothar Kittsteins Stück „Letzte Tage“ gegenüber stehen. Zunächst die Mutter: Eine Businessfrau mit einem Job beim Fernsehen, das Handy immer griffbereit, perfektionistisch und schwierig. In ihrem Leben spielen nicht nur Espressoautomaten und der passende Schmuck wichtige Rollen, sondern auch ihre täglichen Rituale.

O-Ton
Normalerweise wäre ich aufgestanden und ich wäre zur Arbeit gegangen. Wie jeder normale Mensch. Ich wäre aufgestanden und wäre ins Bad gegangen. Wie jeder. […] Ich hätte mir Kaffee gemacht, diesen tollen Kaffee, der dir einfach den richtigen Kick verpasst, tief durchgeatmet, hätte meine Jacke angezogen und wäre losgegangen in einen neuen Tag voller Stress und Hahnenkämpfe im Studio. Das klingt wie ein Klischee, ich weiß. Es ist ein Klischee.
Auf der anderen Seite: Die Tochter Alma. Ein verträumtes Scheidungskind, das darunter leidet, dass man keine Zeit für sie hat. Wenn Alma über die Magazine berichtet, in denen ihre Mutter abgelichtet ist, schwingt Sarkasmus mit.

O-Ton
So viele Artikel über sie. So viele kleine Bilder, bunte Bilder, grobkörnig, Hochglanz. Haare offen, Haare hochgesteckt. Sie schreiben, sie lebt allein, seit die Ehe kaputt ist. Ihre Ehe, schreiben sie. Sie schreiben, sie genießt es, die Freiheit. Sie schreiben, sie genießt die Freiheit. Und dass es manchmal hart ist, aber dass es das wert ist schrieben sie. Das es das wert ist.
Neben dieser gegensätzlichen Anordnung der Personen ist es vor allem ein Handlungsfaden, der das Stück „Letzte Tage“ durchzieht. Almas Besuch auf dem verwaisten Anwesen ihrer Mutter ist die Geschichte, auf die sich sein Schauspiel reduzieren lässt, meint der Autor Lothar Kittstein.

O-Ton Lothar Kittstein
Die Mutter ist nicht mehr da, zumindest nicht mehr in diesem Haus. Jedenfalls nicht mehr körperlich. Die Tochter geht zu diesem Haus um es quasi zu kontrollieren, es ist noch nicht verkauft, es steht leer. Und sie geht da hoch, ins Tor rein, geht diesen Weg hoch und weil das Tor offen war, will sie kontrollieren: War da ein Einbrecher drin. Ist offenbar niemand da gewesen. Sie geht wieder runter, setzt sich ins Auto, fährt nach Hause.
So weit, so durchschaubar. Doch die problematische Mutter-Tochter-Beziehung, die der Autor in seinem knapp sechzig Minuten langen Stück zum Thema macht, präsentiert sich nicht so nachvollziehbar, wie es hier scheinen mag: Kittstein hat sein Stück mit komplizierten Strukturen, Wiederholungen und Brechungen versehen.

Musik: Bach
Musik von Johann Sebastian Bach bildet das Bindeglied zwischen den einzelnen Szenen von Kittsteins Schauspiel „Letzte Tage“. Sie passt perfekt zu der zeremoniellen Atmosphäre dieses Stücks, das fast wie eine Versuchsanordnung wirkt. Die Schauspielerinnen Bettina Marugg und Laila Nielsen sprechen nicht selten in Monologen, erzählen von sich und ihrem Alltag und reden dabei mal mehr, mal weniger aneinander vorbei. Dialoge, die wie Rückblenden wirken, zeigen das problematische Verhältnis von Mutter und Tochter wie in einem Brennglas. Auf dem Bühnenboden des Theaters im Ballsaal: Ein Stück Teppich als Spielfläche. Zwei Stühle genügen als Requisiten, der Hintergrund mit rechteckigen Platten, die von der Decke hängen, eröffnet Räume für die Phantasie. Laila Nielsen und Bettina Marugg spielen den Text nicht aus – der Ton wirkt kühl, wie ein Bericht. Frank Heuels Regie bleibt so zurückhaltend wie möglich und setzt lediglich Lichtakzente. Wie Lothar Kittstein berichtet, ist sein neues Drama in einer Art „Work in Progress“ zusammen mit den Darstellerinnen entstanden.

O-Ton Lothar Kittstein
Wir haben es zusammen entwickelt. Das heißt, ich hab’s geschrieben und wir haben immer wieder Sachen, die ich geschrieben habe, ausprobiert, darum hat es sich auch sehr stark verändert, weil ich nicht einen langen Vorlauf am Schreibtisch hatte, wo ich das Ding zusammenbauen konnte oder Teile ausprobieren konnte. [….] Das war eigentlich das besondere und das, was den Charme und die Energie […] ausmacht, das viel von dem Charme und der Persönlichkeit der beiden Schauspielerinnen mit drin ist.

Obwohl Lothar Kittstein verraten hat, welcher Handlungsfaden hier zugrunde liegt, bleibt „Letzte Tage“ schließlich doch schwer zu durchschauen: Zu kompliziert sind die literarischen Kniffe, die sich hier durchkreuzen. Gerade das jedoch ist das Ziel und auch die große Stärke von „Letzte Tage“. Das Stück will offen sein, will anregen zum Weiterdenken und zum Diskutieren. Und das haben wohl auch viele der begeisterten Premierengäste getan.

Markus Bruderreck, scala, WDR 5, 22.03.2007


Begegnung. Beziehung. Machtspiel.

Das Stück „Letzte Tage“ feierte im Theater im Ballsaal Uraufführung.

„Eigentlich wäre heute ein ganz normaler Tag gewesen, ich wäre aufgestanden, hätte die Espressomaschine eingestellt, wäre ins Bad gegangen, hätte mich frisiert“, …wäre da nicht dieser kleine Zwischenfall gewesen, dieses Malheur, das Herunterfallen des Handys, das die minutiös durchgeplante Alltagsroutine der erfolgreichen Geschäftsfrau durcheinander bringt. Sie gerät ins Stocken und noch während sie sich darüber ärgert, dass ihr das passiert ist – hält sie inne und überlegt … und woher kommt plötzlich die junge Frau, die zwar „niedlich“ und „hübsch blond“, aber doch eher verwahrlost wirkend plötzlich auf der Terrasse steht und sie mit großen Augen anblickt. Wie ist sie durch die Eingangpforte gekommen und was will sie denn „wieder“ von ihr, will sie Geld? Ambivalent sind die Gefühle der Geschäftsfrau gegenüber der Jüngeren. Ja wer ist sie überhaupt? Ihre ehemalige Geliebte, ihre Tochter, ihr alter Ego? Sie platzt jedenfalls in ihren Alltag und bringt alles durcheinander und so sammelt sich die Ältere rasch und erklärt: „Ich muss los. Ich habe keine Zeit. In der Firma warten Sie auf mich.“
Das Bühnenbild ist schlicht gehalten: Lediglich eine japanische Trennwand in dezenten minzgrünen Kacheln und zwei Stühle. Vor dieser Kulisse richtet sich die Konzentration ganz und gar auf die beiden Schauspielerinnen. Der Dialog, der sich zwischen beiden entfesselt, ist kein wirklicher Dialog, vielmehr redet jede für sich. Dabei werden die beiden durch die Begegnung jede aus ihrer Welt herausgerissen und nähern sich einander an, stoßen kurz aneinander und stoben wieder in unterschiedliche Richtungen, wie zwei Billardkugeln auf einem Tisch, die kurz aufeinanderprallen, um sich erneut wieder zu begegnen. So wird auch meist die dritte Person gebraucht, um von „der Anderen“ zu reden.

Ist das Zusammentreffen der Jungen und der Alten eine zufällige Begegnung? Hatten die beiden eine Beziehung? Das Ganze wirkt bisweilen, wie ein Machtspiel, bei dem nicht klar ist, wer die Stärkere ist. Worum es sich hier genau handelt, bleibt jedoch unklar. So wie auch der Titel „Letzte Tage“ geheimnisvoll bleibt.

Die beiden Protagonistinnen Bettina Marugg und Laila Nielsen geben jedenfalls eine beeindruckende Leistung ab. Vor allem Laila Nielsen überzeugt durch ihre souveräne Sprechleistung in der Rolle der jungen Frau.

Dabei sind die Monologe und Dialoge klar gesprochen und damit gut verständlich, einfach, zum Teil fast banal, bisweilen ironisch. Das Handy der Geschäftsfrau, als Fortschrittsmedium, Prestigesymbol des Erfolgs der Älteren und ihrer Welt, erfüllt zugleich die Funktion, die beiden Frauen miteinander zu verbinden. So lichten sie sich gegenseitig damit ab und attestieren sich wechselseitig „Du bist schön“.
Das nur etwa sechzigminütige Stück ist ein gelungenes Kooperationsprojekt zwischen dem Bonner Autor, Lothar Kittstein, der das Stück eigens für das fringe ensemble geschrieben hat, und dem Regisseur Frank Heuel. „Letzte Tage“ ist ihre erste gemeinsame Inszenierung.

Anina Valle Thiele, www.kultur-in-bonn.de


„Besuch bei der alten Dame“

Münster. Was haben die Beteiligten wahrgenommen? Welche Aspekte picken sie wie heraus, und was sparen sie aus? Welche Zusammenhänge stellen sie her? Eine Geschichte hängt immer von den erzählten Details ab. Umso spannender wird es bei abweichenden Varianten der Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Ebendies konnten die Zuschauer von Lothar Kittsteins Theaterstück „Letzte Tage“ auf erstaunliche Weise erleben, mit dem das „fringe ensemble“ am Wochenende im Pumpenhaus gastierte. Es war zugleich Abschluss der Reihe „Geschichten für das neue Jahrhundert“.

Zwei Frauen erzählen in dem Stück ihre Versionen eines denkwürdigen Vormittages, an dem beide sich begegnet sind. Meilenweit von einander entfernt scheinen beide zu Beginn. Doch auf rätselhafte Weise miteinander verbunden. Die ältere Frau (Bettina Marugg) ist dunkelhaarig, schön, lebt in einer Traumvilla am Waldrand hoch über der Stadt. Perfektionistisch sind ihre Tage durchgeplant. Sie ist dauerbeschäftigt, treibende Kraft und bewundertes Gesicht einer Fernseh-Show, hat alles unter Kontrolle. Scheinbar. Die jüngere (Laila Nielsen) ist blond, niedlich, und steht mit zerknitterter Jacke vor dem Tor des Villen-Anwesens, nervös, voller Ehrfurcht. Etwas Rätselhaftes zieht sie auf das Grundstück. Wechselseitig erzählen beide ihre Versionen. Radikal subjektiv. Und nicht nur einmal. Das Erzählte durchläuft Wiederholungsschlaufen. In sechs leicht abweichenden Umlaufbahnen umkreisen beide Frauen die Szene. Überwiegend monologisch, teils in kurzen, zunächst verwirrenden Dialogen. Jedes Mal tauchen andere Details auf, die das zuvor Erzählte in einem anderen Licht erscheinen lassen. Die Beziehung der scheinbar fremden, so entgegen gesetzten Frauen verfeinert sich. Allmählich weicht die Verzeichnung der Bilder, lüften sich die Schleier um diese geheimnisvolle Geschichte, die sich am Ende als Wiederbegegnung von Mutter und Tochter entpuppt.

Vor allem, wie die Geschichte erzählt wurde, machte die Aufführung zum Erlebnis. Absurden Witz entfaltete der sprachschöne Text gerade, wenn die abwechselnden Monologe ineinander geschachtelt und wie ein Gespräch parallel geführt wurden. Wie ein Detektiv verfolgte der Zuschauer die Entwicklungen, konnte Vermutungen anstellen und mitverfolgen, ob er in die Irre geführt wurde. Eindrucksvoll hauchten Marugg und Nielsen ihren Figuren Leben ein. Bravourös inszeniert von Frank Heuel, der die einzelnen Szenen – allzu passend – mit Sätzen aus Bachs Goldberg-Variationen voneinander abgrenzte. Die Zuschauer spendeten dieser Darbietung lang anhaltenden Applaus.

Ole Cordsen, Westfälische Nachrichten 06.11.07


Der Besuch der jungen Dame

Rätselhaftes Stück des Fringe Ensembles im Pumpenhaus

Normalerweise wäre sie aufgestanden, hätte Kaffee getrunken und wäre zur Arbeit gegangen. Doch dann fällt ihr das Handy runter, und als sie es aufheben will, steht da diese junge Frau vor der Tür. Sie kam die Straße entlang, fand das Gartentor offen und hat sich gedacht, geh einfach mal rein. In der Auffahrt raucht sie schnell noch mal eine Zigarette, bevor sie das Haus betritt.
Mit dieser Begegnung beginnt „Letzte Tage“ von Lothar Kittstein. Und recht viel weiter kommt das Stück auch nicht, das als „Work in Progress“ mit dem Bonner fringe ensemble entstanden ist. Immer wieder spielen Bettina Marugg und Laila Nielsen in Münsters Pumpenhaus die gleiche Ausgangssituation durch. Allerdings variieren Sie Tonfall und Wortlaut. Ist die Stimmung anfangs noch unbekümmert, mischt sich bald Missmut in die teils als Monolog, teils als Dialog vorgetragenen Sätze.

Gleichzeitig treten durch die Veränderungen im Text neue Details zutage. Die Frau im Haus ist offenbar eine erfolgreiche TV-Moderatorin, während die Besucherin ihre Sendungen regelmäßig zu verfolgen scheint. Einmal legt sich die Vermutung nah, dass die Jüngere die Tochter der Älteren sei. Aber das bleibt ebenso ungewiss wie der Grund des Besuchs und die immer deutlicher werdende Feindschaft zwischen den beiden Frauen.
Frank Heuels Inszenierung hat das Zeug zu einem Krimi. Wie bei einem Puzzle, bei dem man jedes Teil mehrmals in die Hand nimmt, um herauszufinden, wo es hingehört, werden hier die Szenen immer wieder von einer anderen Seite beleuchtet. Doch als nach einer knappen Stunde das Stück zu Ende ist, hat sich nichts geklärt. Das müsste man dem Autor eigentlich übel nehmen, würde man nicht durch das wunderbar differenzierte Spiel von Marugg und Nielsen entschädigt. Ihnen gelingt es, das Rätsel wichtiger werden zulassen als die Lösung.

Helmut Jasny, Münstersche Zeitung, 05.11.2007


Wahrhaftig im Delirium

Analytisch wie grotesk: Bonner Fringe Ensemble mit zwei beißenden Stücken in der Schaubühne Lindenfels

„Besser Sie trinken einen, bevor Sie zu diesem Abend kommen“, lautet die Empfehlung zum zweiten Teil des Gastspiels des Fringe Ensembles. Man muss aber nicht, es wird sowieso reichlich Wodka ausgeschenkt. Und besoffen machen die hochprozentigen „Aufzeichnungen eines Psychopathen“ auch ohne. Außerdem ist der Verstand für den ersten Teil noch nötig, der die Zuschauer auf detektivische Spurensuche schickt. Dabei liegt eigentlich (auch) in „Letzte Tage“ alles so offen zu Tage, dass man Sehnsucht nach einem kräftigen Schluck bekommt. Ein Glas möchte man in jedem Fall für die gelungene Kombination in der Schaubühne heben: Das Bonner Ensemble im Doppelpack, zwei stechend scharfe Perspektiven auf gestern und heute.
Eine junge Frau betritt nervös das Anwesen einer Karrieristin, die auf den Knien nach dem Handy tastet. In „Letzte Tage“, einer Inszenierung von 2007, entwickelt Autor Lothar Kittstein zusammen mit Regisseur Frank Heuel und den Schauspielerinnen Bettina Marugg und Laila Nielsen eine Montage der Erinnerungen dieser Figuren, die Mutter und Tochter sein könnten. Die Mutter (Bettina Marugg), erfolgreich beim Fernsehen, abgebildet in Hochglanzmagazinen, und die Tochter (Nielsen), verträumtes Scheidungsopfer, begeben sich mit ihren Monologen aus Erinnerungen und Fantasien in einen (imaginären?) Dialog. Dem Publikum gibt das Gesagte zahlreiche Rätsel auf. Mit wenigen Andeutungen zieht sich die Schlinge immer weiter zu.

Vor zersprungenem Glas (oder ist es bemooster Marmor?) inszeniert Heuel im Bühnenbild Eduardo Serus ein durch traurige Fetzen aus Bachs Goldberg-Variationen gebrochenes Abschiedsduell, dessen glasklare und stark rhythmisierte Sprache die Schauspielerinnen eiskalt und ergreifend konkretisieren. Aufregend bis zum Ende! (…) Fringe Ensemble bedeutet etwas: Theater am Rand; die Bonner sind mit Recht langjährige Partner der Schaubühne. Ihre Stücke passen perfekt in den Saal. Nach „Grenzgänger“ 2004 und zwei Theaterausflügen nach Heuersdorf 2005 und 2006 können sie gern jährlich aufkreuzen. Gegen den klaren Kopf und die kalten Füße und auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr mit „Die Räuber“ jetzt Wodka. Ja?

Stefanie Möller, Leipziger Volkszeitung, 28. November 08