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Istanbuler Theaterpreis für „Zwischenhalt / Aradurak / Rawestgeharaf“

Frank Heuels Inszenierung von „Zwischenhalt / Aradurak / Rawestgeharaf“, die Anfang des Jahres in Zusammenarbeit mit Şermola Performans in Istanbul entstand, erhielt den Spezial-Preis der Jury „Direklerarası Seyircileri“. Seit 2001 vergibt die unabhängige Zuschauerjury, die aus 62 Theatergänger/innen besteht, Auszeichnungen u.a. für den besten Schauspieler, die beste Schauspielerin, das beste Licht-Design sowie den so genannten Spezial-Preis der Jury. Die Jury begutachtete insgesamt 270 Inszenierungen der breit gefächerten, kreativen und produktiven Istanbuler Theaterszene.
Frank Heuel verbrachte im Rahmen eines Artists-in-Residence-Programmes der Kunststiftung NRW seit Anfang 2016 insgesamt 8 Monate in Istanbul und inszenierte dort in Zusammenarbeit mit verschiedenen freien Ensembles, SchauspielerInnen und Theatern und unter Beteiligung von SchauspielerInnen des fringe ensemble drei Produktionen. Eine vierte folgt im Herbst dieses Jahres. Für „Zwischenhalt / Aradurak / Rawestgeharaf“ lieferte der kurdische Autor und Schauspieler Mirza Metin einen starken Text über die aktuelle Situation in der Türkei. In dem in drei Sprachen aufgeführtem Stück treffen sich in godothafter Atmosphäre an einer Bushaltestelle im Nirgendwo ein Türke, ein Kurde und ein Deutscher. Sie verbindet ein Ziel: Deutschland. Nach dem für viele deprimierenden Ausgang des Referendums gewinnt der Text von „Zwischenhalt…“ erneut an Aktualität und die Auszeichnung der Inszenierung erlangt nahezu symbolische Bedeutung.