Im Rahmen von SOMMERBLUT zeigen wir FOOD CRASH am 10. Mai in Köln. – Die Weltbevölkerung wächst und wächst und wächst und isst und trinkt und isst und trinkt noch mehr. Irgendwann wird wohl der Planet leer sein. Und dann war es das vermutlich… – Food Crash, aus und vorbei.

Felix zu Löwenstein

Food Crash

Lecture-Performance

Eine Produktion des fringe ensemble

Konzept und Durchführung : Severin von Hoensbroech
Musik: Christian Padberg und Peter Böving
Bühne: Eduardo Seru
Dramaturgie: Claudia Grönemeyer

Premiere: 21. Februar 2014, theaterimballsaal, Bonn

Ausgewählt: west off 2014

Oder geht es auch anders? Dieser Frage stellte sich der Agrarwissenschaftler, Biolandwirt und Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) Felix zu Löwenstein in seinem Buch „Food Crash“. Er analysiert darin die globalen Zusam­men­hänge der Nahrungs­mittelproduktion und der Ernährung der Welt: auf ökonomischer, agrar­wissen­schaftlicher, politischer und ökologischer Ebene. Er sucht und er findet Wege aus der Sackgasse.

Die entscheidende Frage, wie nämlich die Menschen auf unserer Erde satt werden kann, ist auf den ersten Blick leicht zu beantworten: Das geht selbstverständlich nur mit industrieller Nahrungsmittelproduktion, mit einer Erhöhung der Produktivität pro Quadratmeter.  Alles andere ist romantischer Quatsch. Denn: Wie will man bitte Millionenstädte mit kleinbäuerlichen Strukturen und netter Bio-Landwirtschaft ernähren?


Zu Löwenstein kommt zu einem anderen Ergebnis: Und er hat nicht nur gute Argumente, zahlreiche Gutachten und den Weltagrarbericht auf seiner Seite, sondern kennt die Verhältnisse der Landwirtschaft, hier wie in Haiti, in Afrika oder im politischen Geschäft.

Der Stoff muss auf die Bühne, dachte sich der Regisseur, Schauspieler und ebenfalls Biolandwirt Severin von Hoensbroech. In seiner szenisch-musikalischen Lesung gleichen Titels folgt er Löwensteins Gedanken sehr eindrücklich mit starken Bildern und einer Portion wohltuendem Anarchismus und stellt dabei ebenso sachlich wie emotional die Frage: Wie wird die Stadt satt?

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, im Märzen der Bauer… Die beiden Musiker Christian Padberg und Peter Böving (Dad’s Phonkey feat. Ostböv) bereiten das Thema musikalisch auf und finden in dem Canon deutscher Volkslieder erstaunliches Material zum Thema Ernährung und Landwirtschaft. In ihren Interpretationen kann der Zuschauer diese noch mal ganz neu erleben, während der Bühnenbildner Eduardo Seru den Raum nach und nach in unsere zunehmend bevölkerte Welt verwandelt.

Die szenisch-musikalische Lesung „Food Crash“ offenbart gleichermaßen atemberaubend, faktenreich und unterhaltsam, wie unser Ernährungssystem funktioniert und wo es nicht funktioniert und wie es funktionieren würde.

Eine Produktion von Raum01 GbR/fringe ensemble.
Gefördert von: Stadt Bonn, Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen